Zurück zum Blog

Bildstile & Prompts

KI-Bildstile: über 25 Looks

Woran du einen Stil erkennst, wie du ihn in Worte fasst und welche Bausteine ein Bild aus der Masse heben.

Verlassener Operationssaal mit Lichtstrahl durch das Dach, Beispiel für den KI-Bildstil Lost Places
Stil Lost Places: Verfall, Nebel und ein einziger Lichtstrahl.

Wer KI-Bilder erzeugt, merkt schnell: Das Motiv ist selten das Problem. „Ein Leuchtturm im Sturm“ ist in einer Sekunde beschrieben. Schwieriger ist es, dass der Leuchtturm am Ende nach etwas aussieht: nach Ölgemälde, nach Kinofilm, nach Comic oder nach Foto aus den Siebzigern. Genau das ist der Bildstil.

In diesem Artikel sortiere ich die wichtigsten KI-Bildstile, zeige fünf davon an eigenen Bildern aus meiner Galerie und gebe dir die Prompt-Bausteine, mit denen du sie beschreibst. Die Bausteine sind Vorlagen zum Abwandeln. Ich habe nicht jeden einzelnen Satz in jedem Werkzeug durchgetestet, deshalb gilt wie immer: ausprobieren und nachschärfen.

Was ist ein KI-Bildstil überhaupt?

Ein Bildstil ist die Summe aus Technik, Licht, Farbe und Stimmung. Er legt fest, ob ein Bild gemalt, fotografiert oder gezeichnet wirkt, ob es warm oder kühl ist, ob es still oder laut daherkommt. Das Motiv bleibt austauschbar: Derselbe Stil kann auf eine Stadt, ein Gesicht oder eine Kaffeetasse gelegt werden.

Das ist der Grund, warum sich Stile für Serien eignen. Wer einen Stil sauber beschreibt, kann ihn immer wieder verwenden, und die Bilder wirken wie aus einer Hand. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt die Planung einer Bildstrecke in ChatGPT.

Die Stilformel

  1. Motiv: Was ist zu sehen?
  2. Stil: Gemälde, Foto, Comic, Cyberpunk, Noir …
  3. Licht: Goldene Stunde, Gegenlicht, Neon, Nebel …
  4. Farbe: kühl, warm, entsättigt, Komplementärfarben …
  5. Kamera: Weitwinkel, Nahaufnahme, Vogelperspektive, geringe Schärfentiefe …
  6. Stimmung: still, bedrohlich, nostalgisch, verspielt …

Jeden Baustein kannst du einzeln austauschen. Das ist der eigentliche Trick: Du änderst nur das Licht und behältst alles andere, oder du tauschst den Stil und lässt das Motiv stehen.

Fünf Stile aus meiner Arbeit

Diese fünf Stile begleiten mich in meiner Galerie am häufigsten. Zu jedem gibt es ein Bild von mir, die Merkmale, an denen du den Stil erkennst, und einen Prompt-Baustein zum Weiterverwenden.

1. Lost Places: Schönheit im Verfall

Verlassene Orte, abblätternde Farbe, Wasser auf dem Boden, Staub in der Luft. Das Licht kommt oft von oben durch ein Loch im Dach und wird durch Nebel sichtbar. Kühle Blau- und Grüntöne dominieren, als Gegengewicht sitzt ein kleiner warmer Akzent.

Verlassener Operationssaal, abgeblätterte Kacheln, rostiges Bett, Glasscherben auf nassem Boden. Lichtstrahlen fallen durch ein Loch im Dach in feinen Staub. Kühle Blaugrün-Töne, düstere Stimmung, Weitwinkel aus niedriger Perspektive, hohe Detailtiefe.

Stolperstein: Zu viele Details machen das Bild unruhig. Ein klarer Mittelpunkt, hier die Operationsleuchte, hält es zusammen.

Operationsleuchte und rostiges Bett in einem verlassenen Raum, Lost-Places-Stil
Lost Places: ein Mittelpunkt, ein Lichtstrahl, ein kleiner Farbakzent.

2. Miniaturwelten: große Szene, winziges Maß

Winzige Figuren und Landschaften auf alltäglichen Dingen: ein Ruderboot auf stürmischem Kaffee, ein Dorf auf einer Erdbeere. Der Reiz entsteht durch den Größenunterschied. Typische Merkmale sind eine sehr geringe Schärfentiefe, warmes Streiflicht und echte Alltagsmaterialien wie Dampf, Schaum und Krümel.

Winziges Holzboot mit zwei Ruderern auf aufgewühltem Kaffee in einer riesigen weißen Tasse, kleine Felsinsel mit Tannen am Rand. Aufsteigender Dampf, warmes Gegenlicht, Makroaufnahme mit extrem geringer Schärfentiefe, Tilt-Shift-Wirkung.

Stolperstein: Ohne einen klaren Hinweis auf die Größe („winzig“, „Miniatur“, „Modellfiguren“) wirkt das Bild schnell wie eine normale Szene.

Winziges Ruderboot auf stürmischem Kaffee in einer Tasse, Miniaturwelten-Stil
Miniaturwelten: Dampf und Gegenlicht machen aus der Tasse ein Meer.

3. Makro: die Welt in Nahaufnahme

Ein Frostblatt, ein Falterflügel, eine Feder: Das Motiv füllt das Bild, alles Übrige löst sich in weiche Unschärfe auf. Wichtig ist das Licht. Ein warmer Lichtpunkt im Hintergrund und kühle Töne im Vordergrund geben dem Bild Tiefe.

Makroaufnahme eines Brombeerblatts, bedeckt mit feinen Eiskristallen, jeder Kristall scharf. Morgensonne als warmer, weicher Fleck im unscharfen Hintergrund, kühle Blautöne, extrem geringe Schärfentiefe, 100-mm-Makroobjektiv.

Stolperstein: Das Wort „fotorealistisch“ hilft selten. Konkrete Kamerabegriffe wie Objektiv, Blende und Lichtrichtung wirken meist besser.

Makroaufnahme eines Blatts mit Eiskristallen im Morgenlicht
Makro: Kristalle im Vordergrund, warmes Licht im Hintergrund.

4. Cyberpunk: Neon, Regen und Technik

Dunkle Räume, Neonröhren in Magenta und Cyan, nasse Böden mit Spiegelungen, Hologramme und Leuchtschrift. Die Komplementärfarben Pink und Türkis tragen den Stil. Die Spiegelung im Wasser verdoppelt jede Lichtquelle und füllt den unteren Bildteil.

Verlassener Hangar in der Zukunft, nasser Betonboden mit Neonspiegelungen, Magenta- und Cyan-Licht, ein rotes Wrack-Auto, davor eine vermummte Gestalt an einer Platine mit Hologrammen. Dichte Atmosphäre, leichter Nebel, filmische Tiefe.

Stolperstein: Schrift im Bild, etwa ein Neonschild, solltest du immer exakt vorgeben und danach kontrollieren.

Cyberpunk-Hangar mit Neonlicht, nassem Boden und einem roten Käfer-Wrack
Cyberpunk: Magenta gegen Cyan, verdoppelt durch nassen Boden.

5. Silent Stations: Stille, Nebel, ein Licht

Ein einzelnes Bauwerk steht allein in einer leeren Landschaft. Der Himmel ist schwer, die Farben sind fast schwarz-weiß, und genau ein warmer Lichtpunkt zieht den Blick an. Der Stil lebt von dem, was fehlt: Menschen, Farbe, Lärm.

Gewaltiger Getreidesilo allein auf einem nassen, leeren Feld, schwere Gewitterwolken, Bodennebel, symmetrische Frontalansicht, Spiegelung im Wasser. Nahezu monochrom in Grautönen, ein einziges warmes Licht im Turm. Stille, Einsamkeit, leichtes Filmkorn.

Stolperstein: Sobald mehrere Lichtquellen oder Figuren dazukommen, geht die Stille verloren. Weniger ist hier das Rezept. Mehr dazu in Silent Stations.

Einsamer Getreidesilo im Nebel unter schweren Wolken mit einem warmen Licht, Silent-Stations-Stil
Silent Stations: fast farblos, mit genau einem warmen Licht.

Die wichtigsten KI-Bildstile im Überblick

Neben meinen eigenen Stilen gibt es eine Reihe klassischer Richtungen, die jedes gängige Bildmodell kennt. Die Begriffe kannst du direkt in den Prompt schreiben. Ich habe sie nach Verwandtschaft geordnet.

Malerei und Kunstrichtungen

  • Impressionistisch: sichtbare Pinselstriche, Licht und Stimmung vor Details.
  • Expressionistisch: verzerrte Formen und kräftige Farben, die Gefühle zeigen.
  • Surrealistisch: traumhafte, unmögliche Kombinationen.
  • Kubistisch: Objekte in geometrischen Flächen, aus mehreren Blickwinkeln zugleich.
  • Pop-Art: grelle Flächen, plakativ, Motive aus dem Alltag.
  • Digital Painting: wirkt wie ein klassisches Gemälde, ist aber digital gemalt.

Zeichnung und Grafik

  • Comic und Cartoon: klare Linien, flächige Farben, überzeichnete Figuren.
  • Anime und Manga: japanischer Zeichenstil mit ausdrucksstarken Gesichtern.
  • Pixel Art: sichtbare Pixel wie in alten Videospielen.
  • Low Poly: Formen aus wenigen Flächen, kantig und modern.
  • Minimalistisch: wenige Elemente, viel Leerraum.
  • Glitch Art: absichtliche digitale Störungen und Farbversatz.

Zukunft, Fantasie und Retro

  • Cyberpunk: Neon, Regen, Hightech im Verfall.
  • Steampunk: Viktorianische Welt mit Zahnrädern, Dampf und Kupfer.
  • Vaporwave: Pastellfarben, Statuen, Ästhetik der Achtziger und Neunziger.
  • Science-Fiction: Raumschiffe, fremde Planeten, utopische oder düstere Zukünfte.
  • Fantasy-Art: Burgen, Fabelwesen, epische Landschaften.
  • Vintage und Retro: Look einer bestimmten Epoche, zum Beispiel der Siebziger.

Foto und Film

  • Noir: hohe Kontraste, lange Schatten, Detektivfilm-Stimmung.
  • Schwarz-Weiß: Fokus auf Licht, Form und Komposition.
  • Makrofotografie: extreme Nahaufnahme von Kleinem.
  • Bokeh: unscharfer Hintergrund mit weichen Lichtkreisen.
  • Kinolook: Farbgebung wie im Film, etwa Teal und Orange. Wie das mit einem einzigen Prompt klappt, steht in Kinolook per Prompt.
  • Drohnenperspektive: Blick von oben aus der Distanz, dynamischer als die klassische Vogelperspektive.

Licht, Farbe und Kamera: die Stellschrauben

Zwei Bilder im selben Stil können völlig verschieden wirken, je nachdem, wie du Licht, Farbe und Kamera setzt. Das sind die Begriffe, die ich am häufigsten tausche.

Licht

Wann und woher?

Goldene Stunde, blaue Stunde, Gegenlicht, Streiflicht, weiches oder hartes Licht, Neonlicht, Lichtstrahlen im Nebel.

Farbe

Welche Palette?

Monochrom, Komplementärfarben wie Blau und Orange, Pastell, entsättigt, Erdtöne, Neon.

Kamera

Aus welcher Position?

Weitwinkel, Nahaufnahme, Vogel- oder Froschperspektive, schräger Winkel, geringe Schärfentiefe.

Ein Beispiel für das Zusammenspiel: Aus dem Satz „Eine Stadt bei Nacht“ wird mit vier Bausteinen ein Stil: Vogelperspektive auf eine Cyberpunk-Stadt bei Nacht, regenüberströmt, Neonspiegelungen auf nassem Asphalt, filmisch. Perspektive, Stil, Licht und Wirkung sind je ein Baustein.

Ein Stil führt, höchstens ein zweiter begleitet

Der häufigste Anfängerfehler: fünf Stile in einen Prompt zu packen. „Impressionistisch, Cyberpunk, Anime, Noir, Aquarell“ ergibt keinen interessanten Mix, sondern ein unentschlossenes Bild. Besser ist ein führender Stil und höchstens ein zweiter, der etwas Konkretes beiträgt, zum Beispiel „Noir-Beleuchtung“ für ein Porträt oder „Aquarell-Textur“ für eine Landschaft.

Zwei weitere Faustregeln helfen:

  • Das Gewünschte beschreiben, nicht das Unerwünschte. „Ruhiger Hintergrund“ wirkt zuverlässiger als „keine Menschen im Hintergrund“.
  • Den Stil zuerst nennen. Er prägt das ganze Bild, das Motiv füllt ihn danach.

Stile in ChatGPT, Midjourney und Gemini

Die Bausteine funktionieren in allen gängigen Bildmodellen, die Schreibweise unterscheidet sich aber:

  • ChatGPT und Gemini verstehen ganze Sätze. Du beschreibst den Stil in natürlicher Sprache, Seitenverhältnis und Farben kannst du im Satz nennen. Mehr dazu in GPT Image 2 und 2.5 verstehen.
  • Midjourney arbeitet zusätzlich mit Parametern, zum Beispiel --ar für das Seitenverhältnis, --stylize für die Stärke der Stilführung und --no für Ausschlüsse. Eine Einführung steht in Midjourney: Bildwelten mit Stil planen.
  • Nano Banana liest bildhafte, strukturierte Prompts gut, siehe Nano Banana 2 Tutorial.

Welches Modell für welchen Look am besten passt, zeigt der Praxistest KI-Bildgeneratoren 2026 im Vergleich.

Einen Stil auf dein eigenes Foto legen

Du musst nicht bei null anfangen. Lade ein eigenes Foto hoch und schreibe nur den Stilblock dazu: Licht, Farbe, Kamera, Stimmung. Das Motiv liefert dein Bild. Wie du das Gesicht und die Komposition dabei erhältst, steht in KI-Bild aus eigenem Foto erstellen. Für den Filmlook gibt es zusätzlich 30 Color-Grading-Prompts, und kurze Stilbefehle findest du in den 100 ChatGPT-Bild-Befehlen.

Häufige Fragen zu KI-Bildstilen

Was sind KI-Bildstile?

Ein KI-Bildstil beschreibt, wie ein Bild aussieht, unabhängig davon, was es zeigt: Technik, Licht, Farben und Stimmung. Typische Stile sind Ölgemälde, Comic, Cyberpunk, Noir oder Makrofotografie.

Welcher Stil ist für Anfänger am besten?

Ein Fotostil mit klarem Licht ist ein guter Einstieg, zum Beispiel „goldene Stunde, weiches Licht, geringe Schärfentiefe“. Die Begriffe sind eindeutig, und die Ergebnisse lassen sich leicht vergleichen.

Wie bekomme ich in jedem Bild denselben Stil?

Schreibe einen festen Stilblock aus Licht, Farbe, Kamera und Stimmung und kopiere ihn unverändert in jeden Prompt. Nur das Motiv wechselst du. So bleibt der Look über eine ganze Serie gleich.

Kann ich Künstlernamen in den Prompt schreiben?

Technisch ja, viele Prompt-Sammlungen tun es. Ich verzichte bei lebenden Künstlern darauf und beschreibe lieber den Look in eigenen Worten. Das ist keine Rechtsauskunft, sondern meine Haltung.

Muss ich die Stilbegriffe auf Englisch schreiben?

Nein. ChatGPT, Gemini und Nano Banana verstehen deutsche Beschreibungen gut. Bei Midjourney und bei festen Fachwörtern wie „Tilt-Shift“ oder „Rim Light“ sind englische Begriffe oft gebräuchlicher.

Mein Fazit

Wer Stile versteht, hört auf, Bilder dem Zufall zu überlassen. Er baut sich einen Werkzeugkasten aus Licht, Farbe und Kamera, tauscht einzelne Bausteine und behält so die Hand am Bild. Mein Rat: Such dir einen Stil, der zu dir passt, beschreibe ihn einmal sorgfältig und bleibe eine Weile dabei. Ein wiedererkennbarer Look ist am Ende mehr wert als hundert zufällig schöne Einzelbilder.

Weiterlesen

Passende Perspektiven

Ein Prompt, sieben FotosKinolook per Prompt Schritt für SchrittKI-Bild aus eigenem Foto erstellen Bildstrecke planenKI-Fotoshooting in ChatGPT PraxistestKI-Bildgeneratoren 2026 im Vergleich